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Ein Zweileiner ist ein Kite, der über zwei Steuerleinen mit dem Piloten verbunden ist und damit die grundlegendste Form eines lenkbaren Drachens darstellt. Anders als bei traditionellen Einleinern, die einfach nur im Wind stehen und vor sich hin flattern, kann man mit einem Zweileiner aktiv durch die Luft navigieren – und das mit erstaunlich viel Präzision.

Funktionsweise

Das Prinzip ist verblüffend simpel: Jede Hand hält eine Leine. Zieht man links, fliegt der Kite nach links. Zieht man rechts, geht's nach rechts. Beide Leinen gleichzeitig ziehen bringt den Kite näher ran oder beschleunigt ihn. Lässt man beide locker, driftet er entspannt vor sich hin. Diese Zwei-Punkt-Steuerung ermöglicht präzise Manöver, Loopings, Sturzflüge und bei entsprechendem Wind auch ordentlich Zug an den Armen.

Die Leinen sind typischerweise zwischen 25 und 50 Metern lang und aus reißfestem Material wie Dyneema oder Polyester. Sie laufen über Griffe oder Schlaufen, die man in den Händen hält. Bei Sportkites oft über gepolsterte Handles mit Handgelenkschlaufen, damit einem bei stärkerem Wind nicht gleich das Equipment aus den Fingern gerissen wird.

Verwendung

Einsteigerkites: Kleine, gutmütige Deltaformen, die bei moderatem Wind schön stabil fliegen und sich prima zum Lernen eignen. Oft aus buntem Ripstop-Nylon, leicht aufzubauen und zu händeln.

Sportkites: Hier wird's athletisch. Präzisionsdrachen für Wettbewerbe, bei denen Piloten vorgegebene Figuren fliegen, oder Freestyle-Kites für wilde Trickflüge. Diese Modelle reagieren extrem direkt auf kleinste Leinenbewegungen und können bei entsprechendem Können atemberaubende Manöver vollführen.

Traction Kites (Zugdrachen): Größere Zweileiner, die ordentlich Power entwickeln und einen über den Strand, durchs Wasser oder mit Buggy übers Land ziehen können. Die Urform des Kitebuggyings, bevor die Vierleiner das Feld dominierten.

Überischt: Eine Übersciht, über die in der Drachendatenbank vorhandenen [Zweileiner](Kategorie:Zweileiner) sind dort zu finden.

Vor- und Nachteile

Der große Vorteil: Zweileiner sind intuitiv zu steuern und bieten direktes Feedback. Man spürt jeden Windhauch, jede Böe direkt in den Händen. Die Lernkurve ist moderat, und man kann relativ schnell erste Erfolgserlebnisse feiern.

Der Nachteil zeigt sich bei größeren Zugdrachen: Man kann einen Zweileiner nicht einfach "parken" oder die Power rausnehmen, wenn's zu viel wird. Es gibt keine Depower-Funktion wie bei Vierleinern. Der Drachen zieht, solange er in der Luft ist, und die einzige Option zum Druckabbau ist, ihn an den Rand des Windfensters zu steuern oder landen zu lassen. Das macht sie für Traktions-Anwendungen bei böigem Wind etwas anspruchsvoll.

Kulturelle Bedeutung

Zweileiner haben in den 1980er und 1990er Jahren eine regelrechte Lenkdrachen-Revolution ausgelöst. Plötzlich waren Kites nicht mehr nur Kinderspielzeug, sondern Sportgerät. Festivals mit Formationsflügen, Ballettchoreografien am Himmel und waghalsigen Trickflügen etablierten eine ganz eigene Szene. Bis heute sind sie das Rückgrat des sportlichen Drachenflugs und der Einstieg für viele, die später zu komplexeren Systemen übergehen.