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Vierleiner sind die technologisch fortschrittlichste Kategorie von Kites. Während Zweileiner lediglich Kurven fliegen können, erlauben Vierleiner eine vollständige Kontrolle über alle Achsen. Durch den Einsatz von vier Leinen (zwei für die Vorderkante, zwei für die Hinterkante) lässt sich der Kite nicht nur lenken, sondern auch in der Luft anhalten, rückwärts fliegen oder um die eigene Achse rotieren.

Das Prinzip der totalen Kontrolle

Die Steuerung erfolgt über zwei vertikale Griffe (Handles). Die oberen Leinen sind an der Leitkante des Kites befestigt und übertragen den Hauptzug. Die unteren Leinen greifen an der Schleppkante (der hinteren Kante) an.

Durch Kippen der Griffe verändert der Pilot den Anstellwinkel des Kites oder bremst einzelne Seiten gezielt ab. Das Ergebnis:

  • Hovering: Der Kite bleibt wie ein Hubschrauber an einer beliebigen Stelle im Windfenster stehen.
  • Rückwärtsflug: Durch das Ziehen der Bremsleinen fliegt der Kite rückwärts.
  • Spins: Der Kite dreht sich wie ein Propeller punktgenau um seine Mitte.

Bauformen und Typen

In der DraDaBa unterscheiden wir bei Vierleinern vor allem zwischen zwei Welten:

Stabgeführte Vierleiner (Revolution-Typen)

Diese Kites haben oft eine charakteristische Trapezform. Der bekannteste Vertreter ist der "Revolution" (kurz: Rev). Sie bestehen aus einem ultraleichten Kohlefasergestänge. Diese Modelle sind die Skalpelle der Lüfte – extrem präzise und in der Lage, auf den Millimeter genau zu manövrieren. Sie werden oft für synchrones Teamfliegen eingesetzt, da sie Manöver erlauben, die mit Zweileinern physikalisch unmöglich wären.

Vierleiner-Matten (Handled Kites)

Hierbei handelt es sich um stablose Schirme, die meist im Powerkiting-Bereich angesiedelt sind. Die vier Leinen dienen hier vor allem dazu, die enorme Kraft des Windes zu bändigen. Durch die Bremsleinen kann man den Kite sicher landen (Safe-Landing) oder bei Bedarf extremen Druck aufbauen, um sich auf dem Board (Mountainboard), im Buggy oder auf Skiern ziehen zu lassen.

Die Lernkurve

Vierleinerfliegen wird oft mit dem Spielen eines Musikinstruments verglichen. Die Koordination der Handgelenke erfordert am Anfang viel Geduld. Während man bei Zweileinern oft grobmotorisch zieht, arbeitet man beim Vierleiner mit feinen Kippbewegungen der Daumen und Finger. Wer das einmal beherrscht, wird meistens "süchtig", da das Gefühl der totalen Macht über das Flugobjekt unvergleichlich ist.

Einsatzbereiche

Vierleiner sind die Allrounder für Spezialisten:

  1. Präzisionsflug: Landen auf der Spitze eines Pfostens oder punktgenaues Einparken.
  2. Teamflug: Mehrere Piloten fliegen komplexe Muster, wobei die Kites oft nur Zentimeter voneinander entfernt sind.
  3. Traction Kiting: Nutzung der Zugkraft zur Fortbewegung in Buggys oder auf ATBs (All-Terrain Boards).

In der Community gelten Vierleiner-Piloten oft als die Nerds auf der Wiese, da sie ständig an der Knoteneinstellung ihrer Waage feilen, um noch das letzte Quäntchen Performance aus dem Kite zu kitzeln.